Jobsuche braucht Durchhaltevermögen: 400 m Hürden statt 100 m Sprint

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Vielen geht bei der Jobsuche die Puste aus

Ok, Sie sind wild entschlossen auf Jobsuche zu gehen und sich einen neuen Arbeitgeber zu suchen: Sie checken die Stellenbörsen, identifizieren Ihre Wunschjobs, schicken die Online-Bewerbung los – und: nichts passiert! 10 Bewerbungen und 2 Eingangsschreiben später das selbe Spiel: immer noch keine Einladung zum Vorstellungsgespräch. Sie dachten, das geht schneller und einfacher? Dann schauen Sie mal, was sich in Zeiten der Digitalisierung so geändert hat:

Digital 1

300 Bewerbungen und (viel) mehr auf ausgeschriebene Stellen ist heute der Normalfall – und das betrifft auch Führungspositionen. Geschuldet ist das dem „Klick + weg“-Phänomen, das das Verschicken von Online- oder Email-Bewerbungen so einfach macht – natürlich nur, wenn Sie die gängige 5 MB-Grenze für Ihr Unterlagen nicht überschreiten. Außerdem sind Stellenanzeigen durch das Internet einer großen Menge an Interessenten, über einen relativ langen Zeitraum und überregional bzw. international zugänglich. Das erweitert den Kandidatenpool enorm – auch wenn die Zahl geeigneter Bewerber dadurch nicht in gleichem Maße zunimmt.

Digital 2

Online-Bewerbungen lassen sich wunderbar maschinell auslesen. Die automatische Lebenslauferkennung, auch „CV parsing“ genannt ist mittlerweile ein Modul in verschiedenen Bewerbermanagement-Systemen. Mit diesem Tool wird die „Bewerberflut“ (siehe Digital 1) anhand von individuellen Checklisten zeitsparend bearbeitet: Qualifikation, Schulbildung, Ausbildungsstationen und Berufserfahrung werden so automatisiert ausgewertet. Und was im Lebenslauf nicht ausdrücklich drinsteht, im Sinne von „Das ergibt sich doch von selbst!“ landet auf dem elektronischen „Uninteressant“-Stapel. Die Zeiten, in denen ein netter, umsichtiger HR-Mensch die Unterlagen zuerst wohlwollend anschaut, sind bei vielen Unternehmen leider vorbei.

Meine Tipps für eine gelingende Jobsuche im digitalen Zeitalter:

Planen Sie für die Jobsuche einen Zeitraum von 6 bis 9 Monaten ein – das sind realistische, heute völlig „normale“ Erfahrungswerte. Ganz wichtig: stellen Sie sich auch mental auf eine solche Dauer ein. Ausdauer ist hier ganz sicher erforderlich, damit Sie nach den ersten, absehbaren Hürden nicht ermattet und frustriert aufgeben.

Überprüfen und passen Sie den Lebenslauf-Inhalt für jede Bewerbung an, in dem Sie geforderte Schlagwörter berücksichtigen und Tätigkeitsbereiche konkret beschreiben – ganz wichtig: immer schön bei der Wahrheit bleiben! Ansonsten lieber nicht bewerben.

Nutzen Sie das Anschreiben für ergänzende Details zum Lebenslauf – und orientieren Sie auch diesen Inhalt ganz klar und individuell an der Stelle so wie dem Unternehmen. Standardschreiben, bei dem lediglich der Ansprechpartner und der Stellentitel geändert werden, sind uninteressant für ein Unternehmen und damit für Sie wertlos!

Erweitern Sie Ihre Suchkriterien und damit Ihre Chancen: muss es denn das renommierte (Groß-)Unternehmen sein oder kommt auch der etablierte, solide Mittelstand infrage? Darf es statt der trendigen, teuren Großstadt vielleicht auch der kleinstädtische „Speckgürtel“ sein? Hier ist das Bewerbergedränge nämlich oft nicht ganz so groß. Weiter entfernte Arbeitsorte und ein Umzug wären auch eine Option – natürlich nur, wenn beim Job und für die Familie alles passt!

Grundsätzlich gilt: Interviews sollte man üben und absagen können Sie immer noch! 

…. damit Sie gewappnet sind, wenn DER Job kommt, den Sie schon immer haben wollten ?

Wenn Sie noch mehr zum Thema lesen wollen „Was macht eine Bewerbung erfolgreich?“ hier der Link zum Artikel im Münchner Merkur.

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