Bewerbungsfrust vermeiden: Realistische Selbsteinschätzung hilft

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Bewerbungsfrust kann auch selbstgemacht sein

Nach einigen vergeblichen Bewerbungen lässt der Bewerbungsfrust meist nicht lange auf sich warten. „Ich war doch der absolut geeignete Kandidat für die Stellen!“ höre ich dann oft. Aber stimmt das wirklich? „Na ja, das habe ich zwar so noch nicht gemacht, ich traue es mir aber zu.“ Das ist dann etwas ganz Anderes! Firmen ziehen in der Regel 8-10 Kandidaten in die engere Wahl. Bei guter Bewerberlage ( … und die liegt meist vor) sind das die absoluten Top 10 aus 300 und mehr Bewerbern. Und die bringen in der Regel über 80% der geforderten Qualifikationen und Erfahrungen mit – „Eier legende Wollmilchsäue“ mal ausgeschlossen. Aber auch die angegebene Gehaltsvorstellung spielt eine wichtige Rolle.

Natürlich sehen vor allem jüngere Kandidaten neue Stellen als Aufstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten. Die Bewerbungsunterlagen müssen dann durch Beispiele zeigen, dass der Bewerber geeignet ist – auch wenn die konkrete Erfahrung fehlt. Schließlich will kein Vorgesetzter ein unnötiges Risiko eingehen.

Hier ein paar Tipps:

Anforderungen selbstkritisch analysieren
Überlegen Sie, welche Beispiele Sie zu den Anforderungen nennen können. Die können auch aus einem Praktikum oder einer ehrenamtlichen Aufgabe stammen. Ganz wichtig: wie sah Ihre Rolle aus und Ihr Beitrag zum Ergebnis?
Definieren Sie die zentralen Voraussetzungen (meist 3-4), die entscheidend sind um die Position abdecken zu können. Wenn Sie hier für mehr als zwei keine passenden Beispiele haben, macht eine Bewerbung keinen Sinn.

Top-Kandidat oder Außenseiter mit Chancen?
Als Top-Kandidat brauchen Sie im Minimum 80% Überschneidung mit dem Anforderungsprofil. Hier zählt, was Sie konkret durch Beispiele + Abschlüsse belegen können (Analyse siehe oben). Wenn Sie gefühlt auf „60 %“ kommen, können Sie sich trotzdem bewerben, dann eher mit Außenseiterchancen. Damit ist die Bewerbung mehr ein „Versuchsballon“ und ein Vorstellungsgespräch möglich, aber nicht unbedingt wahrscheinlich.
… oder Sie verwenden die Zeit gleich für eine aussichtsreichere Bewerbung.

Keine Mengenziele für Bewerbungen
Künstlich gesetzte Mengen wie „20 Bewerbungen pro Woche“ verleiten dazu, sich auf unpassende Stellen zu bewerben. Bringt nichts außer Absagen!
… und Absagen heben nicht gerade das Selbstwertgefühl.

Anschreiben als „Werbefläche in eigener Sache“ nutzen
Nutzen Sie das Anschreiben, um anhand von Beispielen (siehe oben) Ihre Eignung darzustellen. Verwenden Sie den wertvollen Platz nicht für allgemeine Abhandlungen zu Ihrer Person bzw. zur Position und wiederholen Sie vor allem nicht Ihren Lebenslauf!

Grundsätzlich gilt: „Klasse vor Masse“ + „Je mehr ich mich mit der Bewerbung auseinandersetze, desto besser wird sie.“

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